Neue Studie: Europäische LGBTI-Community hat Angst

Fast die Hälfte der queeren Menschen in Europa leben ihre sexuelle Identität nicht offen aus. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) nun veröffentlicht hat. Es handelt sich um die weltweit größte Studie zu dem Thema.

Studie hatte 140.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

„Aus Angst, verspottet, diskriminiert oder sogar angegriffen zu werden, verheimlichen nach wie vor sehr viele LGBTI-Personen ihre sexuelle Identität“, sagt die Studie. 140.000 LGBTI-Menschen wurden für die Studie in der Europäischen Union, im Vereinigten Königreich, in Serbien und in Nordmazedonien befragt. Dabei ging es unter anderem darum, wie offen die Befragten mit ihrer sexuellen Identität umgehen oder wie häufig sie deswegen diskriminiert wurden.

Nicht Hand in Hand in der Öffentlichkeit

Die Ergebnisse sind erschreckend: Rund 60 Prozent der Befragten gaben an, mit ihren Partnern in der Öffentlichkeit nicht Hand in Hand zu gehen. Zwei von fünf Befragten sagten, dass sie im Jahr vor der Befragung Opfer von Mobbing geworden seien. Besonders betroffen sind offenbar Transgender-Menschen: Ein Fünftel der Befragten gaben an, schon einmal Opfer von körperlichen oder sexuellen Übergriffen geworden zu sein.

Die Unterschiede in den Ländern, die an der Umfrage teilnahmen, fallen zum Teil drastisch aus. In Ländern wie Dänemark haben die Menschen offenbar weniger Angst, ihre sexuelle Identität in der Öffentlichkeit zu zeigen. In Polen sieht das ganz anders aus: 83 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, ihre Sexualität nicht in der Öffentlichkeit zu zeigen. In Deutschland liegt dieser Wert bei nur 45 Prozent.

„Zu wenige Fortschritte“

„Obwohl die Gleichstellung von LGBTI-Gruppen in einigen Ländern vorangebracht wurde, zeigt sich an unseren Umfrageergebnissen, dass insgesamt zu wenig wirkliche Fortschritte gemacht wurden und viele LGBTI-Personen nach wie vor benachteiligt sind“, sagt der Direktor der FRA, Michael O’Flaherty. „A Long way to go for LGBTI equality“ hat die FRA ihren Bericht deshalb genannt.

(Foto: Rosemary Ketchum / pexels)

 

 

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